Wir sagen uns Dunkles

Das Buch „Wir sagen uns Dunkles“ beschreibt die schwierige Beziehung zwischen den Dichtern Ingeborg Bachmann und Paul Celan. Helmut Böttiger hat dafür ihren Briefwechsel studiert. Ihre Liebe sei nicht alltagstauglich gewesen.

Es ist eine der großen Merkwürdigkeiten der Literaturgeschichte, zwei der wichtigsten deutschsprachigen Dichter im 20. Jahrhundert: Ingeborg Bachmann und Paul Celan. Die beiden waren ein Liebespaar, das war lange ein großes Geheimnis. Vor zehn Jahren etwa ist dann der Briefwechsel der beiden erschienen, in dem man die Geschichte ihrer schwierigen Liebe verfolgen konnte. Und nun gibt es ein Buch über die Beziehung der beiden.

Böttiger sagt:

Celan ist ja fast so etwas wie ein Heiliger, hat das berühmteste Gedicht nach 1945 geschrieben, die „Todesfuge“, das wird mit ihm gleichgesetzt. Und er wurde so gelesen als einer, der in schöner Sprache die Schuld der Deutschen ausgedrückt hat und eigentlich dann auch die Möglichkeit gegeben hat, dass die Deutschen sich von ihrer Schuld entlastet fühlen können. Und er war ein unantastbarer Dichter. Man wusste von ihm nichts biografisch. Bei Bachmann war es genau umgekehrt, bei ihr wusste man zu viel, es gibt unglaublich viele Zuschreibungen. Sie war eine lyrische Diva, sie war eine Quelle für die feministische Literaturbetrachtung. Und wer sie eigentlich war als Person, das wusste sie wahrscheinlich selber nicht so ganz. Es gibt Texte von ihr, wo sie sich befragt: Wer bin ich eigentlich? Welche Bilder von mir sind im Umlauf? Wie habe ich mich selber eigentlich immer versteckt hinter verschiedenen Rollen? Welche Rolle ist eigentlich meine?

Böttiger, Helmut
DVA Deutsche Verlags-Anstalt GmbH
ISBN/EAN: 9783421046314
22,00 € (inkl. MwSt.)