Rote Kreuze

Tatjana ist über neunzig und hat Alzheimer. Als Alexander in das Mietshaus einzieht, in dem sie wohnt, schließt sie ihn in ihr Herz und erzählt von ihrem Leben zur Zeit des Stalin Terrors. Auch wenn das Leben im Jetzt durch die Krankheit vom Vergessen geprägt ist, sind die Erinnerungen an die Zeit unter Stalin noch vollständig erhalten. Sie erzählt von Terror und Willkür und von Hilflosigkeit. Auch Alexander, der sich erst nur widerwillig auf die Gespräche einlässt, hat eine schwere persönliche Krise hinter sich. Die beiden schließen Freundschaft, hören einander zu und helfen sich damit gegenseitig.

Der Ton des Romans ist leicht und manchmal auch leicht ironisch, aber nie oberflächlich. Der ruhige Erzählton macht die Schicksale der beiden für den Leser erträglich.

Sasha Filipenko, so schreibt es der Diogenes Verlag, repräsentiert mit seinen Romanen das moderne, junge Russland. Mir hat es gefallen.

Petra Riggers

 

 

Filipenko, Sasha
Diogenes Verlag AG
ISBN/EAN: 9783257071245
22,00 € (inkl. MwSt.)