Mädchen, Frau ETC.

Die Jury des Brooker-Preises, den Bernadine Evaristo 2019 erhalten hat, schreibt über ihren Roman: "Ein beeindruckender, leidenschaftlicher Roman über das Leben schwarzer, britischer Familien, ihre Kämpfe, Schmerzen, ihr Lachen, ihre Sehsüchte und Lieben."

Das klingt vielversprechend und das Schöne ist, dass das Buch für mich auch hält, was die Jury beschreibt. Alles beginnt mit der bevorstehenden Premiere eines Theaterstückes der bekannten, aber auch umstrittenen schwarzen Regisseurin Amma. Bernadine Evaristo beschreibt viele, ganz unterschiedliche Frauen, die im engeren oder weiteren Sinn, mit diesem Ereignis und der Regisseurin verbunden sind. Es sind Freundinnen, Mitwirkende, Familienmitglieder, Vorfahren und Amma selbst. Dadurch entsteht ein wunderbar vielseitiges Bild dieser Frauen, die überhaupt nicht "gleich" sind. Frauen, die ganz unterschiedliche Wünsche, Träume und Lebensentwürfe haben.

Ich habe viel gelernt, über die Rollen der Frauen, über das Gefühl nicht dazuzugehören, über "gendern" und habe mich nie bevormundet gefühlt. Es gibt immer die Eine und die Andere. Alle Formen kommen vor und haben ihre Berechtigung und ihre eigene Geschichte. Nichts ist richtig oder falsch.

Bernadine Evaristo schafft es auch stilistisch sehr gut, sich den Frauen, die sie beschreibt zu nähern.

Sehr lesenswert

Petra Riggers

Evaristo, Bernardine
Tropen Verlag
ISBN/EAN: 9783608504842
25,00 € (inkl. MwSt.)