Das Volk der Bäume

Ein sehr interessantes Buch über Ethik, Moral und Forschung hat die Amerikanerin Hanya Yanagihara geschrieben.

 Die Autorin wuchs in einer Familie und Umgebung auf, in der viel geforscht wurde und nimmt sich einen Wissenschaftler als Vorbild (Daniel Carleton Gadjusek). Sowohl im echten Leben als auch im Buch macht die Hauptfigur eine bahnbrechende Entdeckung, gewinnt zahllose, begeisterte Mitarbeiter und Preise und hat einen sehr etablierten Lebenslauf.

 Doch im hohen Alter wird er des Missbrauchs bezichtigt: Er hat im Laufe seiner Forschung auf einer abgelegen Insel zahllose Kinder von armen Familien adoptiert, um ihnen bessere Chancen im wohlhabenden Amerika zu bieten. Nun werfen ihm einige dieser Kinder sexuelle Übergriffe vor.

 Einer seiner Mitstreiter und Freund setzt sich sehr für ihn ein und wendet sich nicht ab von ihm und er macht es sich zur Aufgabe, die Biographie, die der beschuldigte Arzt Norton Perina in Gefangenschaft verfasst, zu revidieren und abzuschreiben.

 Es stellen sich die Fragen auf, was wir von der Wissenschaft in der heutigen Zeit erwarten und wofür sie da ist. Und wieviel und was kann man im Namen der Wissenschaft tolerieren? Ist es immer wichtig weiter zu forschen oder sollte man auf manche Projekte verzichten und sich auf das menschliche, natürliche Umfeld konzentrieren?

 Ein interessantes, kluges, aber auch anstrengendes Werk, das sich mit wichtigen Fragen in der heutigen Zeit beschäftigt.

Yanagihara, Hanya
Carl Hanser Verlag GmbH & Co.KG
ISBN/EAN: 9783446262027
25,00 € (inkl. MwSt.)